Drei Jahre Café International

Manfred Kösterke erinnert an die Anfänge

Am Sonntag, den 23. Oktober galt es ein Jubiläum zu feiern. Das Café International wurde 3 Jahre alt. Aus diesem Anlass gewährte Manfred Kösterke, Mitinitiator des Café International, einen Rückblick: Das erste Café International fand im Oktober 2013 statt, damals war er Oberbürgermeister der Stadt Traunstein. Vorangegangen war die Ankündigung der Regierung von Oberbayern, dass eine Flüchtlingseinrichtung in Traunstein einzurichten sei. Nach damals unschönen Diskussionen um die Standortfrage, die auch überregional Beachtung fanden, gründete sich eine Initiative aus Vertretern der Kirche, der Stadt und interessierten Bürgern, um eine friedliche und konstruktive Lösung zu finden. In dieser Runde hatte der damalige evangelische Stadtpfarrer Sebastian Stahl die Idee für das Café International. Auch die Standortfrage konnte später friedlich und zufriedenstellend geklärt werden. In den letzten 3 Jahren fand das Projekt Café International regelmäßig in den Räumen der evangelischen Kirche statt. Es läuft stabil mit weiterhin sehr regem Zuspruch und ist eine Begegnungsstätte für Flüchtlinge und Einheimische in ungezwungener Atmosphäre. Herr Kösterke bedanke sich vor allen Dingen bei den Helfern, die mit unverminderter Energie das Projekt erfolgreich weiterführten. Ebenso galt sein Dank den Spendern, ohne deren Beiträge das Café in der Form nicht möglich wäre. Auch ergeben sich hieraus immer wieder individuelle Fördermöglichkeit im Bereich von Sprachkursen. Er zeigte beispielhaft auf, dass „wo man sich kennenlernt, die Angst verloren geht“, denn es haben sich Freundschaften und feste Bindungen aus dem Café ergeben. Somit ist es ein gelungenes Mittel zur Integration. Inzwischen gibt es im ganzen Landkreis viele Nachahmer dieses Pilotprojektes. Integration wird in den letzten Monaten ein zunehmend wichtigeres Thema, denn viele junge Flüchtlinge können eine Ausbildung machen. Das deutsche Integrationsgesetz gibt seit August 2016 auch die Chance auf eine Duldung nach dem 3 + 2 Prinzip, wenn schon eine Ausbildung begonnen wurde. Das bedeutet, dass die Ausbildung abgeschlossen werden kann und dann besteht die Möglichkeit noch 2 Jahre Beschäftigung anzuschließen. Die im Café International regelmäßig anwesenden jungen Flüchtlinge wünschen sich nichts mehr als eine klare Perspektive und raschere Entscheidungen über ihr Schicksal. Der Druck durch die lange dauernden Verfahren mache sie unsicher und einsam. So appellieren die Initiatoren des Café International für Offenheit, Menschlichkeit und Nächstenliebe im gemeinsamen Umgang. Sie wünschen sich, dass das Projekt noch lange weiterbestehen wird und freuen sich auf die zukünftigen Treffen.