Über uns

Die Anfänge

Wer erinnert sich nicht an die unsägliche Diskussion bei der Informationsver-anstaltung in Heilig Kreuz zur Ankunft und Unterbringung der ersten Asylbewerber in Traunstein im Juli 2013? Der damalige Bürgermeister, Manfred Kösterke, hat daraufhin Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche, Caritas und Diakonie und Ehren-amtliche zu einem Runden Tisch eingeladen. Es sollte besprochen werden, was an Hilfestellung und Unterstützung möglich wäre um den Asylbewerbern die Ankunft und den Aufenthalt in Traunstein zu erleichtern. Man wollte auch ein Zeichen für Toleranz und Nächstenliebe setzen.

Café International

Das „Traunsteiner Netz“ war geboren. Um die Asylbewerber in Traunstein zu integrieren und ein zwangloses Kennenlernen zu ermöglichen, wurde das „Café International“ initiiert. Die evangelische Kirchengemeinde, damals noch mit Pfr .Sebastian Stahl, heute mit Pfr. Barthel Pichlmeier, stellte dafür ihren Gemeindesaal zu Verfügung und mit vielen ehrenamtlichen Helfern wurde das erste Café organisiert. Gäste aus Traunstein und Umgebung, Einheimische und Asylsuchende haben uns bei der Premiere die Türen eingerannt. Bei gespendetem Kaffee, Tee und Kuchen wurden die ersten Kontakte geknüpft. Das Café International wurde ein voller Erfolg, der nun bereits seit 1 ½ Jahren anhält und viele Nachahmer in den Nachbargemeinden gefunden hat.

Das “Café International“ ist zu einem wichtigen Ort der Verständigung und der Begegnung Traunsteiner Bürger und asylsuchender Menschen geworden. Hier können sie über ihre Ängste und Nöte sprechen, sich untereinander auch über ihre Erfahrungen austauschen und Hilfestellungen durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter erhalten.
Man hat erkannt, dass die deutsche Sprache der Schlüssel zur Integration ist. Deswegen hat man versucht Deutschkurse zu vermitteln. Neben den ehrenamtlichen Kursen ist auch ein qualifizierter Unterricht nötig, der wiederum mit Kosten verbunden ist, die nicht immer von den Kommunen ersetzt werden. Somit ist das Traunsteiner Netz stark auf die Spendenbereitschaft angewiesen.
Gerade wenn die Zahl der Asylsuchenden wieder ansteigen wird, sollte es ein Ziel sein, den Neuankömmlingen in einem laufenden Asylverfahren Begleiter an die Seite stellen zu können, die ihnen konkrete Hilfe im Alltag bieten.

Natürlich sollten diese ehrenamtlichen Asylbegleiter in Kursen befähigt und in ihrer Arbeit begleitet werden. Wer sich angesprochen fühlt und eine Masche in diesem Netz werden möchte, kann sich im Café International einfinden.

Hauptamtliche Stelle

Die Stadt Traunstein hat dann sogar eine Teilzeitstelle geschaffen, die mit Barbara Kaulfuß vom Kinderschutzbund perfekt besetzt wurde. Frau Kaulfuß und das Traunsteiner Netz arbeiten Hand in Hand. Dies wird umso wichtiger werden, wenn die Gemeinschaftsunterkunft der Regierung von Oberbayern in den ehemaligen Fernmeldeamtsgebäuden in der Seuffertstraße eröffnet wird. 165 Plätze werden dort geschaffen und es ist abzusehen, daß das Traunsteiner Netz dann noch mehr Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer benötigt.

Monika Stockinger